Sonntagabend, gegen 18.30 Uhr – reges Treiben im Garten des Paulussaals – Menschen unterschiedlichsten Alters stehen bei einem Gläschen Sekt, Wein oder Saft fröhlich zusammen und unterhalten sich angeregt über dies und das…. – was mag der Anlass sein, dachte sich sicher so mancher, der zufällig vorüberging…
Vorausgegangen war eine gute Stunde schwungvoller Musikbeiträge des gut aufgelegten Projektchores in Verbindung mit und abwechselnd zu eigenen Beiträgen des in jeder Hinsicht überzeugenden Instrumentalduos Rayuela, bestehend aus der Cellistin Julia Panzer und dem Saxophonisten Oliver Riedmüller. „Sing & Swing“ war das Motto, das über dem diesjährigen Mitsingprojekt im Frühjahr stand und für den Chor ergaben sich daraus drei thematische Blöcke: Spirituals und Gospels, Lieder aus anderen Ländern sowie ein Block mit „Evergreens“.
„If you’re happy“ als schwungvoller Beginn führte zu dem mit viel Gefühl vorgetragenen „Lead me, guide me“, bei dem zum ersten Mal Chor und Instrumente gemeinsam musizierten. Mit „Swing low“ in einem Arrangement, das an die bekannte Melodie eine Art „Boogie-Woogie“ anfügt, wurde der 1. Chorblock beschlossen. Im 2. Chorblock standen sich Irland („Down by the salley gardens“) und Frankreich („Oh Champs Elysee“) als „Länder / Orte der Liebe“ einander gegenüber – textlich wie musikalisch mit ganz unterschiedlichem Charakter.
Auch das Instrumentalduo hatte seine Stücke dem Motto des Konzerts entsprechend gewählt und begeisterte das Publikum zusätzlich zu absolut professionellem und ausdrucksvollem Spiel durch ungewöhnlichen Einsatz von Elektronik. So erzeugte Julia Panzer (Cello) durch ihre Loop-Maschine zusätzliche Stimmen und Oliver Riedmüller überraschte durch Klangeffekte auf einer Art elektronischer Klarinette, einem „electric wind instrument“, die ebenfalls aufgenommen und geloopt wurden. Auch die Stückauswahl des Duos war äußerst facettenreich: sie ersteckte sich von einer (geloopten) Fassung des bekannten Pachelbel Kanons über eine Eigenkomposition von Julia Panzer („Northern lights“) oder den höchst virtuos vorgetragenen 3. Satz der Kapustin-Sonate für Cello und Saxophon (sehr verwandt dem Jazz) bis hin zu „Ohrwürmern“ wie „Libertango“ oder „Tico tico“ - das Publikum war begeistert!
Die 3 Evergreens des letzten Teils („Wir machen Musik“, „Can’t help falling in love“, „I got rhythm“) musizierten Chor und Duo wieder zusammen – wunderbar ergänzten sich da die Spielfreude und Improvisationskunst der beiden Instrumentalisten mit der Begeisterung der Sängerinnen und Sängern des Projektchores, so dass der Funke auch hier direkt auf die Zuhörer übersprang.
Ein großes Dankeschön allen Mitwirkenden und vor allem den wieder vielen fleißigen Helferinnen und Helfern im Hintergrund, die Getränke und Fingerfood im Garten bereit- gestellt hatten. So bot sich noch die Gelegenheit, den frühen Sommerabend eine Weile in lockerer Atmosphäre zu genießen, was tatsächlich von vielen der Besucher:innen dankbar angenommen wurde.
Bleibt als Fazit eigentlich nur zu sagen: Ein rundum gelungenes Projekt - Neuauflage geünscht!!!